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Karina Pfolz, Verena Grüneweg: Hexenschatten

Diese fabelhafte Veröffentlichung müsst ihr einfach kennen lernen!

Gibt es als Taschenbuch und für Kindle.

HIER erhältlich: https://www.amazon.de/Hexenschatten-Thriller-Verena-Gr%C3%BCneweg-ebook/dp/B00MOI39GI/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1480337627&sr=8-1&keywords=hexenschatten

Die Autorin Verena Grüneweg stellt uns eine der Kurzgeschichten mit einer Leseprobe daraus vor - viel Freude:


Hexenschatten war das erste Buch, welches ich gemeinsam mit Karina Pfolz geschrieben habe.Vier Kurzgeschichten, jede für sich inhaltlich völlig unterschiedlich, aber allesamt sehr spannend und etwas besonderes, fanden ihren Platz auf den Buchseiten. Heute präsentiere ich euch eine kleine Leseprobe aus "Hexenmasken" um eure Neugier auf diese Kurzgeschichte und die drei anderen zu wecken. Ich hoffe es gelingt mir und wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Jeder im Dorf kannte sie. Für viele war sie eine Spinnerin, anderen schien sie einfach nur unheimlich. Beliebt war sie hier nicht. Eltern hielten die Kinder vor ihr fern und wichen ihr aus. Aber Gespräche über sie gab es jede Menge. Häufig sah man die Einwohner zusammenstehen und über sie tratschen. Statt ihren Namen zu nennen, wurde sie nur die Hexe genannt. Warum, das ließ sich leicht erklären, denn die Menschen hier waren „einfach gestrickt“.
Eine Frau im Dorf trug Jeans mit einer Bluse; vielleicht noch eine zarte feine Kette und die Haare zusammengebunden. Aber sie trug die langen roten Haare offen und immer nur schwarze Kleider. Ihr Schmuck war auffällig, ein Pentagramm hing an einer langen Kette um ihren Hals – definitiv ein Hexenzeichen. All das sorgte dafür, dass das Gerede über sie nicht verstummte.
Vorwerfen konnte man ihr nichts, freundlich war sie immer. Aber mehr als ein Lächeln, ein leises `Moin´ kam nicht über ihre Lippen. Geschweige, dass sie an irgendwelchen Festen im Dorf teilnahm. Ein Schwätzchen mit der Nachbarin halten gab es bei ihr nicht. Sie erzählte nie etwas von sich. Es war unmöglich etwas über sie zu erfahren.
Gut, die Dorfbewohner waren nicht immer fair zu ihr gewesen. Kinder hatten einmal Steine in ihre Fenster geschmissen und die Hauswand beschmiert. Doch ernst konnte das nicht genommen werden. Kinder spielten eben nun mal Streiche. Mehr war es doch nicht gewesen! Wirklich unverständlich aber war ihre Reaktion! Sie hatte nicht mit den Eltern geredet, geschimpft oder gar die Polizei informiert. Nichts dergleichen. Ohne ein Wort ließ sie die Scheiben auswechseln und die Kritzeleien entfernen. Ihr Verhalten war unheimlich, nicht normal!
Ihr Name war Emelie und sie hatte mit ihren fünfunddreißig Jahren mehr erlebt, als so manch anderer Mensch hätte ertragen können. Das Leben hatte es nicht immer gut mit ihr gemeint. Doch sie hatte gelernt damit klarzukommen und versuchte nach vorne zu schauen.
Vor langer Zeit war sie ein fröhlicher Mensch, wie die anderen hier im Ort. Ihre Kleider waren bunt und sie liebte das Leben, mit allem, was es beinhaltete. Bei jedem Fest war sie die Letzte, die immer noch auf der Tanzfläche stand und sich der Musik hin gab. Sie hatte gerne und viel gelacht und das Glück war bei ihr Dauergast. Immer hätte es so weiter gehen können, dann jedoch kam dieser eine Tag.
Dachte sie heute an ihr früheres Leben zurück, kam es ihr vor, als wären all ihre Erinnerungen nur ein Trugbild - das ihr der Verstand vorgaukelte. Das, was für sie heute Realität war, war die Erinnerung an den Abschiedskuss ihres Mannes, das Lachen ihrer Kinder. Ihre kleine Tochter, die rief: »Bis gleich, hab dich lieb Mama.«
Es sollte das Letzte sein, was sie von ihr hörte. Schemenhaft erinnerte sie sich an die Polizistin, die an der Haustür klingelte. Ihre Worte, einfach nur Bruchstücke. Unfall, der Unfallverursacher betrunken, alle tot ... es tut uns leid. An mehr erinnerte sie sich nicht. Sie brach weinend zusammen, genauso wie das Kartenhaus ihres Lebens.
Sie wollte nicht mitleidig angestarrt werden oder dass jemand hinter vorgehaltener Hand tuschelte. Auch Beileidswünsche ertrug sie nicht mehr. Ein Jahr nach dem Unfall war sie umgezogen. Weit fort von der Heimat, an einen Ort, wo sie niemand kannte.
Der Ort Ochtersum, mitten in Ostfriesland, gefiel ihr. Ein friedliches Dorf, in das sie sich zurückziehen konnte. Zuerst hatte sie Kontakt zu den anderen Einwohnern gesucht. Ein Lächeln, ein Hallo, zu mehr hatte es ihrerseits noch nicht gereicht. Sie war freundlich zu ihnen. Allerdings bemerkte sie sehr schnell, dass es sinnlos war. Sie sah die Blicke der anderen, wenn sie an ihnen vorbei ging. Sie sprachen Bände, Worte brauchten sie nicht. Warum sollte sie versuchen, akzeptiert zu werden? Wozu? Also zog sie sich immer mehr in die eigene traurige, trostlose und düstere Welt zurück. Der Glaube an ihre Religion und ihre Tiere wurde zu ihrem Lebensinhalt. Das alleine hielt sie davon ab, dieser Welt für immer den Rücken zu kehren.
In den letzten Wochen war die Abneigung gegenüber Emelie immer mehr zu spüren. Die Leute scheuten sich nicht mehr zu zeigen, was sie von ihr hielten. Waren es am Anfang nur Blicke und einzelne Worte gewesen, begannen nun die Kinder sie zu quälen. Vor einigen Tagen hatte eine alte Frau ihr ›Hexe‹ hinterhergezischt. In der Nacht darauf hing eine tote Katze an ihren Zaun.
Es wurde schlimmer und Emelie merkte, dass die Zeit gekommen war, diesen Ort wieder zu verlassen. Ruhe fand sie hier nicht, schon gar nicht um glücklich zu werden. Gleich Morgen würde sie beginnen, sich um alles zu kümmern, um diesen Schritt zugehen. Heute Nacht jedoch war Vollmond. Sie liebte diese Nächte und das Licht des Mondes. Es waren die wenigen Stunden, die ihr Frieden brachten.
Bild: Karina Verlag



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