Petra Mettke im Autorengespräch

Meine Lieben, sicher findet auch ihr spannend, zu erfahren, was Petra Mettke so bewegt und antreibt!

Sie ist eine der Mitautorinnen unserer Anthologie "überall und nirgendwo".

Viel Freude bei ihrem Text:




Mich unterscheidet von anderen Autoren, dass ich alles geträumt habe, was ich aufschreibe. Das Träumen war vor dem Schreiben da, und ich erkannte den Vorteil sehr früh, den ich mir inzwischen als Talent zubillige, die Dramaturgie zum Nulltarif. Einfach vorhanden. Ich muss mir keinerlei Konzepte machen.
Für die Anthologie wählte ich einen alten Text aus. Seinerzeit faszinierte mich daran, dass ein einziger Traum ein ganzes Leben überschaubar machen konnte und mein Augenmerk darauf richtete, wie kurzfristige Entscheidungen ihre verborgene Langzeitwirkung entfalteten. An der „kurzsichtigen“ Entscheidungsweise hat sich in unserer Gesellschaft bis heute nichts geändert. Geändert hat sich das Ausmaß an „kurzfristigen“ Entscheidungen von Menschen anderswo, nur um am Leben bleiben zu können. Diese Entscheidungen ziehen gewiss eine Langzeitwirkung in ihrem Schlepptau mit sich und keine Seite macht sich das bewusst. Das Positive an der Langzeitperspektive ist, alles gliedert sich in Phasen und die gehen vorbei, das Gute wie das Schlechte. Wer das als Lebensmuster akzeptiert, der kann dem Schicksal nichts übel nehmen.
Die Langzeitwirkung meiner Traumaktivität sprengt jede Vorstellbarkeit. Bis heute fand ich niemanden, dem es auch so erging oder ergeht. Wir alle träumen täglich, unabhängig davon, ob wir es bemerken oder nicht. Mein Gehirn hat traumtechnisch unglaublich dazugelernt und ich habe mir angewöhnt, es als Schicksal anzunehmen. Ich produziere ständig „Stoff“, mein Kopf steht leider niemals still. Ich habe jetzt schon mehr geschrieben, als mir Lebenszeit bleiben wird, alles zu bearbeiten. Mich überholen stets meine Traumprodukte. Ich schreibe zwar gern, aber ich liebe es inzwischen nicht mehr. Wenn ich plötzlich ein Thema losträume und ich entscheide mich, es aufzuschreiben, muss ich mich unterdessen auf ein Durchhaltevermögen beim Schreiben von viereinhalb Jahren gefasst machen. Eines ist klar, der Traumstoff wird kontinuierlich umfangreicher. Die Folge sind Gigabücher. Ein Gigabuch ist immer ein Mehrteiler, inhaltlich mit schwerer Kost, denn es sind immer komplette Weltentwürfe, die in der Zukunft spielen. Meine Schwester Karin nennt das eine Fähigkeit, ich nenne es eine Zumutung! Eine der Spielarten des Schreibens, nichts Besonderes, sondern anders.
Zurzeit arbeiten meine Schwester und ich noch an der Veröffentlichung des 4. Bandes vom Gigabuch Winkelsstein mit dem Titel „Das Buch des Schicksals“. Es ist ein Roman. Wir konnten das Publizieren 2017 nicht mehr schaffen wie vorgesehen. Bisher ist nur eine eBook-Edition der Gigabuch Winkelsstein Bände mit Register erschienen, weil eine Print-Edition gekürzt werden müsste, damit die Bände in einen Paperbackumschlag passen.


Dankeschön, liebe Petra!
 
Mehr zu Petra Mettke und Karin Mettke-Schröder und ihren Veröffentlichungen könnt ihr auch hier erfahren: www.gigabook.de

Auch euch noch eine schöne Woche!

Alles Liebe, Bernadette 

Kommentare

Beliebte Posts