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Markus Kohler

Heute darf ich euch zu meiner Freude den überaus sympathischen Autor und Verleger Markus Kohler vorstellen! Herzlichen Dank, dass du dir für uns die Zeit genommen hast, lieber Markus, und mir ein paar Fragen beantwortet hast:

1.Was ist für dich der wichtigste Ansporn, eine Geschichte zu schreiben?
Ich möchte Leser mit in meine Gedankenwelt nehmen und freue mich, wenn sie mir dahin folgen. Bei Romanen sind es Geschichten, die ich erzählen möchte, die mich beschäftigen und die irgendwie aus mir herauswollen. Bei Anthologien, wie z.B. der Farbenspiel-Anthologie vom Karina-Verlag, stelle ich mir selbst Herausforderungen um in jeder Farbe ein anderes Genre zu bedienen. Das macht irrsinnigen Spaß, ist aber manchmal auch ein wenig anstrengend.
2. Was beschreibst du an einem Buchcharakter zuerst: Sein Aussehen oder seine Eigenheiten?
Das kommt ehrlich gesagt ganz auf die Geschichte an. In meinem Thriller „Tod? – Ich bin da!“ habe ich mich fast ausschließlich auf die Psyche der handelnden Personen konzentriert, das Aussehen war da eigentlich eher Nebensache. In meinem zweiten Märchenbuch „Die Abenteuer vom großen Zwerg Wurzele“ ging ich zuerst auf die Personenbeschreibung ein.
 3. Brauchst du eine bestimmte Umgebung, um schreiben zu können?
Definitiv ja. Wichtig für mich ist vor allem Ruhe. Ich lebe mit meinen Charakteren und möchte ihre Handlungsweise so logisch und klar wie irgend möglich beschreiben. Dabei konzentriere ich mich vollkommen auf den Ablauf der Geschichte und Unterbrechungen durch außen sind da nicht gerade förderlich.
 4. Schreibst du eine Geschichte von vorne bis hinten durch, oder schreibst du zuerst einzelne Szenen, um die herum sich dann alles entwickelt?
Ich habe für fast jedes einzelne Projekt Kladden, die manchmal an den abenteuerlichsten Stellen im Haus zu finden sind. Darin notiere ich aber keine ganzen Szenen, sondern einzelne Stichworte und Hinweise. Ich schreibe dann die Geschichte von vorne bis hinten am Laptop mit meiner jeweiligen Kladde als Gedankenstütze neben mir.
 5. Haben deine Protagonisten ein Eigenleben?
Ja. Besonders prägnant war das in meinem Thriller „Tod? – Ich bin da!“. Beim Schreiben wurde mir eine Hauptperson so unsympathisch, ich musste sie einfach sterben lassen, obwohl mein Test-Leser erst einmal laut „Nein“ gerufen hat. Ans Herz gewachsen sind mir Quaks aus meinem Märchenbuch „Die Froschprinzen“ und das Wurzele, der große Zwerg aus meinem zweiten Märchenbuch, an dem ich gerade arbeite. Ich denke, diese beiden werden in späteren Geschichten immer wieder mal auftauchen.
 6. Welche Stadt wäre für dich das perfekte Umfeld, in der du am liebsten einen Krimi verorten würdest?
Ganz klar meine neue Heimatstadt Soest in Nordrhein-Westfalen. Hier lebe ich bereits seit 16 Jahren. Die Frage hat schon beinahe einen visionären Charakter, denn es gibt bereits eine Kladde beschriftet mit „Soest-Krimi“.
 7. Gibt es einen Autor, den du dein Vorbild nennen würdest?
Ich bin Vielleser und der Fernseher ist bei uns fast nie an. Das heißt, ich lese querbeet alles was mir unter die Finger kommt. Natürlich gibt es Autoren, die ich besonders gern lese (z.B. Stephen King, Wulf Dorn) oder eben die alten Klassiker wie Edgar Allan Poe und Märchen jeder Art, aber ich habe kein Vorbild, was mein eigenes Schreiben betrifft. Bei einem Vorbild besteht meines Erachtens auch die Gefahr dieses kopieren zu wollen und ich denke, dass sollte sich niemand zutrauen. Damit werden zum großen Teil auch die eigenen Geschichten, die in einem sind, verbaut.

8. Welchen Platz nimmt das Schreiben in deinem Leben ein?
In der Zwischenzeit einen der höchsten. Wenn man mich denn lässt (hahaha)

9.Könntest du dir vorstellen, eine Auftragsarbeit zu übernehmen also, eine vorgegebene Handlung, die du mit Leben füllen sollst?
Das habe ich bereits nun schon mehrfach getan. Ich bin in allen drei Teilen der „Flügel-Trilogie“ vom Karina-Verlag, Wien vertreten sowie auch in der Fantasy-Saga „Roter Mond“ ebenfalls vom Karina-Verlag. Und auch das war eine echte Herausforderung – ich liebe Herausforderungen – weil man sich ganz anders auf die Charaktere einstellen muss. Das erfordert natürlich etwas längere Vorarbeit, aber ich denke, das Ergebnis konnte sich dann sehen lassen. Würde ich jederzeit wieder tun. Fördert auch die Gemeinsamkeit unter den Autoren und schult ungemein.
 10. Wenn dir jemand sagen würde, dass du ab sofort ein Jahr lang nichts mehr schreiben dürftest, was würdest du antworten?
Du weißt schon, dass ich ausgeklügelte Kurzkrimis schreibe in denen weder der Mörder noch die Leiche gefunden wird.“ (Hahaha)
Bild: Markus Kohler
11. Welchen Namen würdest du niemals einem Protagonisten geben und warum?
Hitler – die Frage nach dem „Warum“ erübrigt sich.
 12. Welchen Satz würdest du als erfolgreicher Autor einem Schreibanfänger mitgeben?
Trau Dich – Du kannst das!“
13. Wie reagierst du, wenn man dir einen Literaturpreis verleiht?
Schöner Traum. Nun ich würde alle einladen, die mir geholfen haben dahin gekommen zu sein um ein schönes Fest zu feiern.
14. Was ist das Lustigste, das dir jemals passiert ist?
Als Autor? Sicher eine Lesung vor rund 12 acht- bis neunjährigen Kindern, die ganz gespannt den „Froschprinzen“ lauschten. Ich hatte auch Bücher zum Verkauf dabei. Ein Mädchen war besonders begeistert und als es von seinen Eltern abgeholt wurde, beharrte es darauf ein Buch zu bekommen. Die Mutter sagte: „Dann gibt es aber kein McDonalds und kein Eis mehr.“ Darauf die Kleine: „Die Frösche sind mir lieber.“



Beschreibung zu den Froschprinzen:
Wer kennt das Märchen vom Froschprinzen nicht? Jene Geschichte, die besagt, dass eine Prinzessin den grasgrünen Kerl mit einem Kuss von seinem Los, ein Frosch zu sein, erlösen kann. Doch was geschieht, wenn sich keine Prinzessin mehr findet, den Bann zu brechen? Die Märchenwelt würde im Vergessen versinken und niemand würde mehr all die wunderbaren Figuren und Geschichten kennenlernen und von ihnen erzählen.  Hüpft mit den Froschprinzen von Märchen zu Märchen und lasst euch überraschen, welchen Ausgang das märchenhafte Abenteuer haben wird.  
Illustrationen von Alicia Neef begleiten die Geschichte. Das Buch ist für den "Best-Author"-Preis 2016 nominiert.
Im Buch befindet sich eine Anleitung für ein Froschprinzen-Lesezeichen.


Na, da wird wenigstens MIR schnell klar, warum die Kleine lieber Markus' Buch und nicht zu Mäcki wollte :-) Das ist bestimmt sehr lustig und toll geschrieben!
Herzlichen Dank für das Interview, lieber Markus, und noch weiterhin viel Freude und Erfolg beim Schreiben und Morden ;-)

Alles Liebe, Bernadette

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